Fischer-Tropsch-Synthese

Bei der Fischer-Tropsch-Synthese (FTS) handelte es sich historisch betrachtet um ein Verfahren zur Herstellung von Kohlenwasserstoffen aus Kohle. Entsprechend sprach man in diesem Zusammenhang auch von der Kohleverflüssigung. Das Verfahren diente bereits im zweiten Weltkrieg im nationalsozialistischen Deutschland zur Herstellung von Treibstoffen aus Kohle, um eine autarke Versorgung für die umfangreichen kriegerischen Aktivitäten sicherzustellen. Kohle gab und gibt es noch in Deutschland in großer Menge; über nennenswerte Erdölvorräte verfügt Deutschland dagegen nicht.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges war das Verfahren lange Zeit bedeutungslos, da die Treibstoffgewinnung aus Erdöl konkurenzlos günstiger ist als die Treibstoffgewinnung mittels Fischer-Tropsch-Synthese.

In Zeiten der Rohölverknappung geriet die Fischer-Tropsch-Technologie wiederholt in die Diskussion zur Treibstoffversorgung. Geriet dann aber bei Marktberuhigung schnell wieder in Deutschland in Vergessenheit. In einigen anderen Ländern wurde die FTS zur Treibstoffversorgung über einen längeren Zeitraum eingesetzt.

Gegenwärtig ist die FTS wieder akuteller. Allerdings geht es diesmal nicht um Treibstoffverknappung sondern um den Umweltschutz. Da die gängigen Verbrennungsmaschinen Kohlenstoffdioxid produzieren, steht dies genau im Gegensatz zu den Umweltzielen, den Kohlenstoffdioxidgehalt in der Luft drastisch zu reduzieren.

Bei der FTS wird letztlich Synthesegas (Kohlenstoffmonoxid und Wasserstoff) zu einem Gemisch aus Kohlenwasserstoffen umgesetzt. In Abhängigkeit von der Anlagenführung kann die Zusammensetzung dieses Kohlenwasserstoffgemisches innerhalb bestimmter Grenzen variiert werden.

Die flüssigen Kohlenwasserstoffe werden zu Benzin, Diesel und Kerosin fraktioniert. Bei den Wachsen handelt es sich um langkettige Kohlenwasserstoffe, die der chemischen Industrie für unterschiedliche Verwendungszwecke zugeführt werden.

Wurde zur Hochzeit der Kohleförderung das Synthesegas logischerweise aus Kohle gewonnen, ist das in Zeiten der fortgeschrittenen Umweltdiskussion natürlich nicht mehr opportun. Wir leben in einer Zeit des Umweltkonsenses, nach dem der Kohlenstoffdioxidausstoß drastisch vermindert werden soll. Und eben dieser Ansatz lässt sich mit einer modernisierten FTS umsetzen. Die Edukte CO und H2 der FTS müssen allerdings umweltverträglich synthetisiert werden.

Menü